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Innenminister Heribert Rech 
Landes-Tag der Verkehrssicherheit in Schwäbisch Hall 

20.09.2010 
Innenminister Heribert Rech:
„Im Heimatland des Automobils hat Verkehrssicherheit einen hohen Stellenwert“

Herausragende und kreative Verkehrssicherheitsprojekte
ausgezeichnet

PDF- Dokument: hier

„Im Heimatland des Automobils hat Verkehrssicherheit einen hohen Stellenwert. Das unterstreicht auch das Motto des Landes-Tages ‚Hier oder dort - sicher unterwegs’.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech beim Landes-Tag der Verkehrssicherheit bei der Preisverleihung für herausragende Verkehrssicherheitsprojekte am Sonntag, 19. September 2010, in Schwäbisch Hall.

 „Eigentlich verdienen alle, die sich für die Bekämpfung von Verkehrsunfällen einsetzen, einen Preis“, sagte Rech. Zum historischen Tiefstand bei der Zahl der tödlich verletzten Unfallopfer von 535 im vergangenen Jahr hätten viele Helfer beigetragen, teilweise sogar im Ehrenamt. Die Preisträger seien ausgewählt worden, weil sie sich kreativ mit fehlerhaftem Verhalten im Straßenverkehr auseinandergesetzt hätten. Einer der Preisträger habe sich beispielsweise mit dem Gurtanlegen beschäftigt, weil circa jeder vierte tödlich Verletzte ohne Gurt verunglückt sei. Der Slogan „Gurte retten Leben“ sei gerade bei jungen Fahrern mittlerweile ein Begriff. Auch die „freche“ Verbindung zwischen AIDS- und Verkehrsprävention eines weiteren Projekts sei sehr gelungen.

Information und Aufklärung seien wichtig für die Verkehrssicherheitsarbeit in Baden-Württemberg. „Wir wollen die Verkehrsteilnehmer jeder Altersgruppe für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisieren und dazu motivieren, sich an die Regeln im Straßenverkehr zu halten. Der heutige Landes-Tag der Verkehrssicherheit ist dazu ein wichtiger Baustein“, sagte der Innenminister. Unter dem Dach der bundesweit anerkannten Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR engagierten sich zahlreiche Verbände und Organisationen für die Verkehrssicherheit im Land und entwickelten kreative Ideen, Kampagnen und Projekte für Kinder, Heranwachsende, junge Fahrer und Senioren. Viele Aktivitäten würden heute beim Landes-Tag der Verkehrssicherheit vorgestellt.

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Preisverleihung

Mit dem ersten Preis wurde die Kreisverkehrswacht Ostalbkreis e.V. und die Polizeidirektion Aalen ausgezeichnet. Die Idee zu einer Imagekampagne Pro Sicherheitsgurt wurde gemeinsam entwickelt und kreativ hervorragend für junge Menschen umgesetzt. „GURTE RETTEN LEBEN“ wirbt für den schützenden Sicherheitsgurt.

Weitere Preise gingen an den Arbeitskreis Verkehrssicherheit im Landkreis Freudenstadt und die Polizeidirektion Freudenstadt, die Polizeidirektion Künzelsau, die Polizeidirektion Waiblingen, die Gewerbliche Schule in Waldshut-Tiengen sowie an die Hermann-Gmeiner-Schule und die Längenfeldschule in Ehingen. Alle Projekte sind Ausdruck großer Motivation und Kreativität. Geprägt von weitsichtiger partnerschaftlicher Kooperation belegen sie, wie wichtig ehrenamtliches Engagement und die Vernetzung der Aktivitäten vor Ort ist.

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Landes-Tag der Verkehrssicherheit

Der Landes-Tag der Verkehrssicherheit wird von der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR veranstaltet. Dem Partnerverbund gehören an: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Unfallkasse Baden-Württemberg, Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Landesverkehrswacht Baden-Württemberg, Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, Landessportverband, ADAC, Fahrlehrerverband, TÜV SÜD sowie die Polizei und das Innenministerium Baden-Württemberg. Schirmherr ist Ministerpräsident Stefan Mappus. Weitere Informationen: www.landestag-der-verkehrssicherheit.de

 

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Verkehrspräventionspreis

Der Verkehrspräventionspreis wird jedes Jahr für Projekte und Aktivitäten des Vorjahres vergeben, die in besonders kreativer, zielgerichteter und vor allem partnerschaftlicher Weise Themen der Verkehrssicherheit umsetzen.

 

1. Preis

2.500 Euro, gestiftet vom Innenministerium Baden-Württemberg an die Polizeidirektion Aalen und die Kreisverkehrswacht Ostalbkreis e.V.: „GURTE RETTEN LEBEN“

Jahr für Jahr weist die Verkehrsunfallstatistik eine große Zahl von tödlich verletzten Verkehrsteilnehmern aus, die nicht angegurtet waren. Im Jahr 2008 waren dies in Baden-Württemberg 90 Verkehrsteilnehmer. Fast jeder dritte in einem Auto tödlich Verunglückte hatte keinen Gurt angelegt. Zudem gehörte fast jeder vierte Verkehrstote im Jahr 2008 der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre an.

Diese Bilanz und vor allem die dahinter stehenden Schicksale veranlassten die Polizeidirektion Aalen und die Kreisverkehrswacht Ostalbkreis, eine Kampagne zum Thema ‚Sicherheitsgurt’ für junge Verkehrsteilnehmer zu konzipieren. Mit einer Mischung aus Imagekampagne und Informationsveranstaltung - verbunden mit einer jugendspezifischen Ansprache - sollte das Sicherheitsbewusstsein der jungen Fahrer geschärft werden. Es entstand die Idee, junge Menschen selbst für ihre Sicherheit im Auto werben zu lassen. Entwickelt wurde ein Plakat, auf dem zwei junge Menschen durch einen umgelegten Arm symbolisch den (be-)schützenden Sicherheitsgurt darstellen. Mit Unterstützung eines namhaften Gurtherstellers wurde als interaktives Informationsmedium ein Informationsstand konzipiert, der aus einem Autositz mit Sicherheitsgurt besteht. Mit dem Plakatmotiv werden junge Menschen zielgerichtet und emotional auf die Thematik angesprochen. Sie werden gebeten, auf dem Autositz Platz zu nehmen, sich anzugurten und einen persönlichen Slogan „Ich gurte mich an, weil …“ zu formulieren. Die besten Slogans werden prämiert. Diese Imageelemente pro Gurt wurden in mehreren Schulaktionstagen und beim Landes-Tag der Verkehrssicherheit 2009 mit großem Erfolg eingesetzt. Alle Elemente stehen inzwischen der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR und ihren Partnern landesweit zur Verfügung.

 

2. Preis (1)

1.000 Euro, gestiftet von der Unfallkasse Baden-Württemberg an den Arbeitskreis Verkehrssicherheit im Landkreis Freudenstadt und die Polizeidirektion Freudenstadt:  „Schule hat begonnen - Gebt acht auf uns“

Der Schuljahresbeginn wird in Baden-Württemberg seit vielen Jahren mit vielen Partnern bei der Aktion „Sicherer Schulweg“ mit großem Erfolg begleitet. Im Mittelpunkt stehen die Verkehrsgefahren für die ABC-Schützen und alle anderen Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg. Polizei und Kommunen sind zusammen mit weiteren Partnern aufgerufen, durch Verkehrsüberwachung und Informationsmaßnahmen die Sicherheit auf den Schulwegen zu gewährleisten. Zur Unterstützung der Aktion „Sicherer Schulweg“ und Sensibilisierung der motorisierten Verkehrsteilnehmer haben die Polizeidirektion Freudenstadt und der Arbeitskreis Verkehrssicherheit im Landkreis Freudenstadt auf besonders kreative Weise die Sympathiefiguren ‚Das kleine Zebra, Oskar, Anna und Willi’ der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR genutzt und eingesetzt. Mit kommunaler und schulischer Unterstützung sowie Beteiligung der Elternvertretung wurden von Schreinerlehrlingen der Berufschule lebensgroße Holzfiguren dieser Sympathiefiguren hergestellt. Verbunden mit einer öffentlichen Präsentation der Figuren wurden diese an besonderen Gefahrenstellen der Schulwege in der Gemeinde Eutingen aufgestellt. Begleitend erhielten alle Eltern von Schulanfängern Informationsschreiben mit wichtigen Tipps zum richtigen Verhalten auf dem Schulweg zu Fuß und mit dem Bus sowie einen individuellen Schulwegplan für jedes Kind. Unterstützt wurde die Aktion mit Aufführungen des Mitmachtheaters „Das kleine Zebra“.

 

2. Preis (2)

1.000 Euro, gestiftet vom Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr e.V. - Sektion Württemberg - an die Polizeidirektion Künzelsau: „Gib Acht im Verkehr - Verkehrs- und Aidsprävention - Collegeblock“

Im Mittelpunkt des Projektes steht die bewusst provozierende Doppeldeutigkeit des Slogans „Gib acht im Verkehr“ der gleichnamigen baden-württembergischen Verkehrssicherheitsaktion. Für Jugendliche und junge Erwachsene sind Verkehrsunfall und Gesundheitsprävention, konkret die Gefahr der Infizierung mit dem Aidsvirus, ein brisantes Thema. Bereits 2007 wurde mit Unterstützung einer Firma ein Ausbildungsprojekt gestartet, bei dem Auszubildende Werkzeuge für die Herstellung von Schlüsselanhängern fertigten und diese anschließend herstellten. Parallel wurde mit Unterstützung des Gesundheitsamtes Hohenlohekreis ein Kondombriefchen mit mehrsprachigem Aufdruck kreiert. Die Schülerfirma Junior Trading der Berufschule Künzelsau war für die Verbindung von Schlüsselanhänger und Kondombriefchen zuständig. Diese Zusammenarbeit junger Menschen aus der Zielgruppe steht symbolisch für die vernetzte Präventionsarbeit zur Verkehrssicherheit und Aidsprävention. Das Projekt wurde medienwirksam publiziert und bereits 2008 beim Bundeswettbewerb zur Aidsprävention von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit einem Preis ausgezeichnet.

Zur Fortführung des Projektes wurde 2009 zusammen mit dem international bekannten Zeichner Timo Wuerz ein Deckblatt für einen Collegeblock entwickelt, das diese Doppeldeutigkeit aufgreift und beide Risikofelder bildlich darstellt. Mit Unterstützung von Projektpartnern und Sponsoren wird dieser Collegeblock im einschlägigen Schreibwarenhandel für ein Jahr als günstigstes Produkt dieser Art angeboten.

 

Sonderpreis 

300 Euro, gestiftet vom Landessportverband Baden-Württemberg e.V. an die Polizeidirektion Waiblingen: „Laut ist out - Lärmmessgerät“

Verkehrslärm beeinträchtigt das Wohlbefinden, die Gesundheit der Menschen und die Verkehrssicherheit der Verkehrsteilnehmer. Zunehmende Beschwerden über starken Motorradlärm von Anwohnern einer beliebten Ausflugsstrecke im Rems-Murr-Kreis führten zu der Idee, analog zu den bekannten Geschwindigkeitsdisplays ein entsprechendes mobiles Informationsdisplay für Lärmemissionen zu entwickeln. Diese Idee wurde in Zusammenarbeit mit der Gewerblichen Schule Waiblingen umgesetzt. Das von zwei angehenden Technikern konstruierte Messgerät mit Visualisierung per Display wurde gemeinsam mit der Polizei bis zur Einsatzreife entwickelt und im April 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist zur Lärmmessung für alle Kraftfahrzeugarten geeignet und zeigt durch einen variablen senkrechten Balken die Lärmbelastung an. Daneben zeigt die Mimik eines Smileys, ob die Lärmgrenze überschritten ist oder nicht. Mit dieser Darstellung sollen die Kraftfahrzeuglenker auf den verursachten Lärm aufmerksam gemacht und zur Vermeidung von Lärm animiert werden.

 

Anerkennungspreis

300 Euro, gestiftet vom Innenministerium Baden-Württemberg an die Gewerbliche Schule Waldshut-Tiengen: „Aktionswoche für Führerscheinneulinge“

Junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren sind überdurchschnittlich an Verkehrsunfällen beteiligt. Entwicklungsbedingt sind sie mit einem besonderen Unfallrisiko behaftet. Im Jahr 2008 kamen im Landkreis Waldshut-Tiengen sieben junge Fahrer ums Leben (von 14 Verkehrstoten im ganzen Jahr). Die Gewerbliche Schule Waldshut-Tiengen veranstaltet mit Unterstützung des Landkreises bereits seit 15 Jahren zusammen mit der Polizei, dem ADAC Südbaden und dem Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr jährlich eine Verkehrssicherheitswoche für Führerscheinneulinge mit den Schwerpunkten Alkohol und Drogen und anschließendem Sicherheitstraining. Allein im Jahr 2009 wurden 865 Schülerinnen und Schüler in 17 Schulklassen erreicht. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur Verkehrsunfallprävention für diese Zielgruppe geleistet. Junge Fahrer sind insbesondere während ihrer Ausbildungszeit in weiterführenden und beruflichen Schulen erreichbar. Die Gewerbliche Schule Waldshut-Tiengen nutzt dieses Potential in besonders vorbildlicher und nachhaltiger Weise.

Sonderpreis  „Mobilität 21 - Verkehrssicherheitstag an Schulen“

300 Euro, gestiftet von der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V. an die Hermann-Gmeiner-Schule und die Längenfeldschule in Ehingen: „Projekttag Mobilität“

Verkehrssicherheitstage an Schulen sind sehr gut geeignet, wichtige Themen zur sicheren Mobilität von Schülerinnen und Schülern auf dem Schulweg und im Alltag aufzugreifen und zu behandeln.

Die Hermann-Gmeiner-Schule als Förderschule führt solche Verkehrssicherheitstage als festen Bestandteil des Schuljahres zusammen mit der benachbarten Längenfeldschule - Grund-, Haupt- und Werkrealschule - bereits im vierten Jahr in beispielhafter Weise durch. Mit Unterstützung der Polizei, der Verkehrswacht und des ADAC werden die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe realistisch und erlebnisorientiert in die Aktionen eingebunden. Gemeinsam werden spezifische Verkehrsgefahren wie Alkohol und Drogen, Mitfahrerproblematik, Fahrrad und motorisierte Zweiräder sowie Hauptunfallursachen in verschiedenen Stationen erarbeitet.

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Auch im laufenden Jahr findet ein Wettbewerb zum Verkehrspräventionspreis Baden-Württemberg der Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR statt. Informationen und Teilnahmebedingen gibt es im Internet unter www.gib-acht-im-verkehr.de.