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„Wir haben die Verkehrssicherheitslage in Baden-Württemberg in einem Faltblatt übersichtlich und kompakt aufbereitet. Es veranschaulicht deutlich das Unfallgeschehen in den Stadt- und Landkreisen und beleuchtet besonders die Ursache Alkohol.“ Das sagten die Präsidentin des Statistischen Landesamts, Dr. Carmina Brenner und Innenminister Heribert Rech bei der Vorstellung des Faltblatts am Mittwoch, 8. September 2010 in Stuttgart. Rech wies auf die dramatischen Folgen am Beispiel eines Unfalls vom April 2009 bei Albstadt hin. Die stark alkoholisierte Verursacherin (1,35 Promille) sei auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem entgegenkommenden Pkw kollidiert. Dessen Fahrer sei noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen erlegen.
Die Zahl der im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen im Land verunglückten Personen entspräche in etwa der Bevölkerung der Städte Albstadt oder Böblingen. Im Durchschnitt hätten 2009 wöchentlich zehn Menschen ihr Leben im Straßenverkehr verloren. Alle fünfzehn Minuten habe es einen Verkehrsunfall mit Verletzten beziehungsweise fast alle vier Stunden einen Alkoholunfall mit Verletzten gegeben. Diese Zahlen würden die Dimension des Verkehrsunfallgeschehens auf Baden-Württembergs Straßen deutlich zeigen. „Deshalb bekämpfen wir gezielt die Verkehrsunfälle mit Verletzten. Dass sie seit Jahren kontinuierlich zurückgehen, bestätigt unsere Linie“, sagte Rech.
Diese Entwicklung spiegle sich auch im Rückgang der Alkoholunfälle mit Verletzten im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,9 Prozent wider (2008: 2.649; 2009: 2.360; Anteil an allen Verkehrsunfällen 2009: 6,6 Prozent). Dennoch sei nahezu jeder neunte Tote bei einem Alkoholunfall verunglückt. Besorgniserregend sei neben einer zunehmenden Beteiligung von betrunkenen Radfahrern an Verkehrsunfällen die Tatsache, dass bei 47,1 Prozent der Unfallverursacher extrem hohe Blutalkoholwerte von über 1,6 Promille festgestellt worden seien. Die Gefahren bei der Teilnahme am Straßenverkehr mit hohen Blutalkoholwerten seien enorm. Auf plötzlich auftretende Gefahrensituationen im Straßenverkehr könne nicht mehr richtig reagiert werden. „Wer sich nach dem Konsum von Alkohol ans Steuer setzt, erhöht sein Unfallrisiko, handelt gewissenlos und stürzt durch sein unverantwortliches Verhalten andere ins Unglück“, sagte Rech. Die Polizei werde deshalb weiterhin an ihrer konsequenten Verkehrsüberwachung festhalten.
Die schwerwiegenden Konsequenzen einer Trunkenheitsfahrt seien im Faltblatt anschaulich dargestellt. Neben dem Entzug der Fahrerlaubnis und einer empfindlichen Strafe sei bei Blutalkoholwerten über 1,6 Promille die Anordnung einer Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) obligatorisch.
Das Faltblatt werde auch die Verkehrssicherheitsarbeit im Land unterstützen. „Durch regionale Karten wird das Unfallgeschehen in den Stadt- und Landkreisen detailliert dargestellt und lässt deutliche Unterschiede und Schwerpunkte erkennen“, sagt Dr. Brenner. So sei das Risiko – bezogen auf die Jahresfahrleistung aller Fahrzeuge auf Straßen außerhalb von Ortschaften - an einem Verkehrsunfall mit Verletzten beteiligt zu sein, in den Landkreisen Lörrach, Reutlingen und Sigmaringen deutlich höher als in anderen Landkreisen. Auffallend sei auch der überdurchschnittlich hohe Anteil an Alkoholunfällen mit Verletzten in den Landkreisen Heilbronn, Ostalbkreis, Heidenheim, Biberach, Sigmaringen, Zollernalbkreis, Freudenstadt, Rastatt, Ortenaukreis, Emmendingen und Waldshut.
Das Faltblatt sei in enger Kooperation mit dem Innenministerium entstanden und werde Städten, Kommunen, Landkreisen, Interessensverbänden sowie den Bürgerinnen und Bürgern als Argumentationshilfe für mehr Verkehrssicherheit im Land zur Verfügung gestellt.
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Bestellung: Die Veröffentlichung kann bestellt werden (zuzüglich Versandkosten) beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg, 70158 Stuttgart
Das Faltblatt Verkehrsunfälle kann online unter www.statistik-bw.de (Veröffentlichungen) abgerufen werden.
Kontakt:
Pressestelle, Tel. 0711 641 2451, pressestelle@stala.bwl.de
Fachauskünfte erteilt Dagmar Glaser, Tel. 0711 641 2730,
dagmar.glaser@stala.bwl.de
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Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Verkehrssicherheit stehen im Internet unter www.gib-acht-im-verkehr.de oder unter www.polizei-bw.de.