PDF-Dokument:
hier
„Erwachsene müssen Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr vorleben und gute Vorbilder sein. Ich appelliere an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer, sich dementsprechend zu verhalten. Außerdem sollte es selbstverständlich sein, den jüngsten Verkehrsteilnehmern mit größter Rücksicht zu begegnen.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech am 14. September 2010, in Stuttgart.
Mit dem neuen Schuljahr 2010/2011 habe auch die Aktion „Sicherer Schulweg“ wieder begonnen. Wichtiger Bestandteil sei beispielsweise die gezielte Verkehrsüberwachung vor allem im Bereich der Schulwege und der Schulen in allen Stadt- und Landkreisen. Die Überwachung der Geschwindigkeitsbegrenzungen innerorts und in den 30er-Zonen, das Anlegen des Sicherheitsgurtes und die richtige Sicherung von Kindern im Auto seien besondere Schwerpunkte. „Für Eltern, die ihre Kinder nicht richtig anschnallen gibt es keine Entschuldigung. Sie setzen ihre Kinder einem unverantwortlichen und hohen Risiko aus, bei einem Unfall schwer verletzt zu werden“, betonte Rech. Bei einer Sonderkontrolle im Frühjahr seien 338 Kinder nicht oder nicht richtig gesichert gewesen. Die Polizei werde deswegen besonders auch auf den Schulwegen darauf achten und derartige Verstöße konsequent ahnden.
Seit einigen Tagen würde mit Plakaten, Spannbändern und Zeitungsanzeigen auf den Beginn des neuen Schuljahres und die konzertierte und erfolgreiche Aktion hingewiesen. Traditionell beteiligt seien Polizei, Landesverkehrswacht, Schulen, Kommunen, Landkreise und die Partner der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR. Seit vielen Jahren trage diese Aktion wesentlich dazu bei, dass Kinder in Baden-Württemberg, bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil, bundesweit das geringste Risiko haben, im Straßenverkehr zu verunglücken.
Trotzdem habe die Polizei im vergangenen Schuljahr 2009/2010 (September 2009 bis Juli 2010) 611 Verkehrsunfälle auf dem Schulweg registriert. Bei 544 Unfällen von Kindern im Alter zwischen sechs und 17 Jahren seien zwei Kinder (Vorjahr: vier) ums Leben gekommen und 509 verletzt worden. Im Jahr 2009 seien wie im Vorjahr insgesamt elf Kinder (bis 13 Jahre) im Straßenverkehr tödlich verunglückt. Zwei Kinder seien mit dem Fahrrad, sechs als Fußgänger und drei als Mitfahrer im Auto ums Leben gekommen. 3.202 Kinder seien verletzt worden.
Zur Vermeidung von Unfällen seien unter anderem die Schulwegempfehlungen der Gemeinden hilfreich. Vielerorts stünden bereits Empfehlungen für Radschulwege zur Verfügung oder würden derzeit erstellt. An vielen Schulen seien auch Schülerlotsen und Schulbusbegleiter aktiv. „Große Hochachtung habe ich vor den Schülerinnen und Schülern, die sich ehrenamtlich als Schülerlotsen und Schulbusbegleiter für ihre Mitschüler einsetzen“, sagte Rech. Seit dem Start der Kampagne Schüler-FAIR-kehr im Jahr 2007 seien bereits über 4.500 Schülerlotsen und Schulbusbegleiter ausgebildet worden. Mit der Kampagne würden Innenministerium, Kultusministerium, Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik, Landesverkehrswacht, Polizei und Unfallkasse in Baden-Württemberg gemeinsam die Sicherheit auf den Schulwegen weiter verbessern.
In der kommenden Herbst- und Winterzeit sei helle und auffällige Kleidung gerade in den dunkleren Morgen- und Abendstunden wichtig, um gut gesehen zu werden. Für die Fahrradfahrer sei ein gutes Licht und der Radhelm ein absolutes Muss. Bevor Kinder zur Schule fahren, sollten sie die Radfahrprüfung abgelegt haben.
Besonders zu empfehlen seien gelbe oder rote Mützen sowie sogenannte Sicherheitsdreiecke, wie sie vielerorts an die Schulanfänger ausgegeben worden seien. Der ADAC als Partner der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR stelle zudem bundesweit den Schulanfängern auf Bestellung der Schulen kostenlos Sicherheitswesten zur Verfügung. Für Kindergartenkinder und Zweitklässler könnten die Sicherheitswesten ab Oktober bei den Regionalclubs oder im Internet günstig erworben werden.
*
Weiter Informationen und Tipps zum sicheren Schulweg im Internet unter:
www.gib-acht-im-verkehr.de
http://aktuelles.gib-acht-im-verkehr.de/kinder_schulweg/kinder_schulweg_001.htm
http://schuelerfairkehr.gib-acht-im-verkehr.de
www.adac.de/sicherheitswesten
und beim Landestag der Verkehrssicherheit am 19. September 2010 in Schwäbisch Hall
www.landestag-der-verkehrssicherheit.de
*
Zusätzliche Informationen:
In der Verkehrsunfallprävention zum sicheren Schulweg gibt es eine breit angelegte Palette von Maßnahmen und Aktionen für Vorschulen, Schulen und die Eltern. Die Polizei und die Partner der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR stehen bei Elternabenden, Lehrerkonferenzen oder schulischen Veranstaltungen als Experten zur Verfügung. Es werden Erzieherinnenseminare und Schulwegbegehungen angeboten und Beratungen bei der Schulwegplanung durchgeführt. Für alle Viertklässler gibt es als verpflichtenden Unterricht die Radfahrausbildung mit der Polizei in der Jugendverkehrsschule. Dies ist ein wichtiger schulischer Baustein in der Entwicklung der Kinder und prägt deren Bewusstsein für verkehrssicheres Verhalten. Immer mehr Schulen führen nun auch einen Verkehrssicherheitstag für die achten Klassen durch. Als Grundlage hierfür steht den Schulen eine ausführliche Handreichung mit vielen Tipps und Anregungen zur Verfügung, die von einer Expertengruppe des Innenministeriums und des Kultusministeriums erstellt wurde. Abgerundet werden die schulischen Maßnahmen durch die Möglichkeit, sogenannte Schülermentoren Verkehrserziehung und im Rahmen der Kampagne Schüler-FAIR-kehr Schülerlotsen und Schulbusbegleiter ausbilden zu lassen. Für Verkehrssicherheitstage an Schulen und bei der Kampagne Schüler-FAIR-kehr sind zudem jedes Jahr lukrative Wettbewerbe ausgeschrieben.