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Erfahrungsaustausch der Polizeichefs aus Baden-Württtemberg und Bayern 

23.06.2010 
Schutz der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ist
zentrales Anliegen

Zu ihrem jährlichen Erfahrungsaustausch über aktuelle Themen haben sich die Landespolizeipräsidenten von Bayern und Baden-Württemberg, Waldemar Kindler und Dr. Wolf Hammann am gestrigen Dienstag in Baden- Baden getroffen. Zentraler Punkt war die Verbesserung des Schutzes von Polizeibeamten besonders bei Amoklagen. Der Inspekteur der Polizei Baden-Württemberg, Dieter Schneider, stellte die künftige zusätzliche Schutzausstattung vor, die in den Streifenwagen mitgeführt und die Schutzwesten aller Streifenpolizisten ergänzen wird. Schneider: „Mit einem schusssicheren Helm und einem zusätzlichen Nacken- und Tiefschutz für die Schutzwesten wollen wir schwere Verletzungen verhindern. Die Zusatzausstattung soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden.“

Kindler und Hammann waren sich einig, dass psychologische Betreuung und Nachsorge bei traumatischen Belastungen nach Amoktaten wie in Winnenden und Ansbach absolut notwendig sind. Es habe sich gezeigt, dass solche schweren Symptome sehr lange andauern können und deshalb die entsprechende Fachkompetenz für die Nachsorge bereitstehen muss. Landespolizeipräsident Dr. Hammann: „Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Unsere Beamtinnen und Beamten haben einen Anspruch darauf, dass sie nach belastenden Einsätzen auch Hilfe für Verletzungen - 2 - der Seele erhalten. Ich bin dankbar, dass wir mit unseren Konfliktbetreuern, Psychologen und Polizeiseelsorgern ein Netzwerk für die Betroffenen anbieten können.“ Beide Länder würden auf diesem Gebiet eng zusammenarbeiten und die Angebote weiterentwickeln.

Auch die Bewältigung gemeinsamer Einsatzlagen sei bei dem Treffen im Rathaus von Baden-Baden diskutiert worden. Obwohl die Zusammenarbeit schon jetzt hervorragend funktioniere, vereinbarten die Polizeichefs die Abstimmungen im Vorfeld, beispielsweise in den Bereichen Versammlungs- oder Polizeirecht, weiter zu intensivieren. Landespolizeipräsident Waldemar Kindler: „Um im Einsatzfall optimal agieren zu können, müssen sich unsere Praktiker vor Ort regelmäßig austauschen und die teilweise unterschiedlichen rechtlichen Bestimmungen für das gemeinsame polizeiliche Vorgehen auswerten.“

Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner, der den Tagungsraum zur Verfügung gestellt hatte, berichtete aus der Sicht von Stadt und Bürgern über den erfolgreich bewältigten NATO-Gipfel und den Besuch des amerikanische Präsidenten Barrack Obama im April des vergangenen Jahres. Ausführlich diskutiert wurden auch die Überlegungen zu neuen Arbeitszeitmodellen und Arbeitszeiterfassungen. Auch hier würden sich die Polizeiführungen von Bayern und Baden-Württemberg über die jeweiligen Aktivitäten austauschen.