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Polizei überwacht Geschwindigkeit in Autobahnbaustellen 

15.04.2010 
Landespolizeipräsident Dr. Wolf Hammann: „Bei vorgeschriebener Höchstgeschwindigkeit mehr Verkehrssicherheit und besserer Verkehrsfluss“

18 moderne und leistungsstarke Streifenfahrzeuge für die Autobahnpolizeireviere

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„Autobahnbaustellen werden gefährlich, wenn sich Auto- und Lkw-Fahrer nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit halten, zu dicht auffahren oder nicht vorsichtig genug die Spur wechseln. Die Folgen sind Unfälle mit hohen Sachschäden, Verletzten und leider auch Toten.“ Das sagte Landespolizeipräsident Dr. Wolf Hammann am Donnerstag, 15. April 2010, bei einer Geschwindigkeitskontrolle im Baustellenbereich der A 81 bei Leonberg. Die durch Unfälle ausgelösten Staus verursachten zudem hohen volkswirtschaftlichen Schaden.

Die Polizei setze die im Jahr 2008 vom Innenministerium initiierte Offensive gegen Raser unvermindert fort. Nach wie vor sei überhöhte Geschwindigkeit die Hauptursache bei Verkehrsunfällen mit Verletzten. Im vergangenen Jahr hätten 239 von 535 Verkehrstoten, also beinahe jeder zweite, wegen Raserei sein Leben verloren. Bei 14.990 Verkehrsunfällen auf Autobahnen seien 529 innerhalb von Baustellen passiert. Dies sei nur auf den ersten Blick ein relativ kleiner Anteil, allerdings seien bei 124 Unfällen 190 Personen verletzt und zwei getötet worden. „Hauptursache bei Verkehrsunfällen mit Verletzten in Baustellen war in 64 Fällen zu hohe Geschwindigkeit und in 40 Fällen ein zu geringer Sicherheitsabstand“, sagte Dr. Hammann.

Angesichts der hohen volkswirtschaftlichen Schäden durch Staus wolle die Polizei mit den Geschwindigkeitsmessungen - gerade in Baustellenbereichen - auch für besseren Verkehrsfluss sorgen. „Wenn mit gleichmäßiger Geschwindigkeit durch Baustellen gefahren wird, sind Überholvorgänge überflüssig, der Verkehr läuft harmonischer, und es entsteht bei den Autofahrern kein Stress“, so der Landespolizeipräsident.

Die intensive Geschwindigkeitsüberwachung der vergangenen Jahre zeige auf den Autobahnen Wirkung. „Innerhalb von vier Jahren ist der Anteil der durch zu hohe Geschwindigkeit verursachten Unfälle von knapp 60 auf 51 Prozent gesunken. Wir sind auf dem richtigen Weg zu mehr Verkehrssicherheit“, so der Landespolizeipräsident. Im Jahr 2009 habe die Polizei 573.888 Verstöße wegen zu hoher Geschwindigkeit registriert (2008: 237.393), 12.688 über 40, 97.843 zwischen 21 und 40 und 463.357 bis 20 Kilometer pro Stunde. „Die Verkehrsteilnehmer sollten nicht auf Toleranz hoffen. Die Polizei zeigt bereits Verstöße von mehr als sechs Kilometer pro Stunde an“, sagte der Landespolizeipräsident. Dies sei keine Abzocke, aber es werde den Verkehrsteilnehmern im eigenen Interesse zur Verbesserung der Verkehrssicherheit korrektes Verhalten abverlangt.

In der Kontrollstelle präsentierte Landespolizeipräsident Dr. Hammann auch das neue leistungsstarke Streifenfahrzeug der Autobahnpolizeireviere. Das Land Baden-Württemberg habe auf Wunsch der Beamten 18 Mercedes- Benz „Vito“ beschafft. „Die Fahrzeuge sind mit 204 PS für den Einsatz auf Autobahnen gut gerüstet“, sagte der Landespolizeipräsident. Die Fahrzeuge verfügten über einen Arbeitstisch, der Vernehmungen bei schlechten Witterungsbedingungen im Trockenen ermögliche. Die neuen Streifenfahrzeuge seien mit ausgesprochen lichtstarken Sondersignalanlagen ausgerüstet. Diese seien speziell für die baden-württembergische Polizei konzipiert worden, um die Erkennbarkeit an Unfall- und Kontrollstellen deutlich zu erhöhen. „Mit diesen modernen, leistungsstarken Fahrzeugen und den neuen Sondersignalanlagen setzen wir in Punkto Arbeitssicherheit und Arbeitsplatzergonomie neue Maßstäbe“, sagte der Landespolizeipräsident.

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Weitere Hintergrundinformationen

Stau:

  • Eine Studie im Auftrag des Bundesverbands der Industrie beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden durch Staus jährlich auf circa 100 Milliarden Euro.
  •  Das Land Baden-Württemberg hat bislang viele Maßnahmen zur Stauvermeidung getroffen, beispielsweise
    • Reduzierung der Bauzeiten
    • mehr Nachtbaustellen
    • Freigabe von Seitenstreifen für den fließenden Verkehr
    • neue Verkehrsbeeinflussungsanlagen
  • Absicherung von Stauenden durch mobile Stauwarnanlagen
  • Information über Baustellen im Internet

Polizeiliche Erfahrungen bei Geschwindigkeitsmessungen in Baustellen:

  • Circa 30 Prozent der Verkehrsteilnehmer fahren in Baustellen zu schnell
  • Die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße über 25 Kilometer pro Stunde ist in Baustellen im Schnitt doppelt so hoch, wie an anderen Messstellen.
  • Spitzenreiter waren im vergangenen Jahr zwei Autofahrer im Bereich des Autobahnpolizeireviers Kißlegg im Allgäu. Einer wurde im 60  ereich mit 160 km/h gemessen, ein anderer mit 178 Kilometer pro  Stunde.