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Innenminister Heribert Rech 
Im Visier der Zielfahndung 

01.06.2010 
Innenminister Heribert Rech: „Hochspezialisierte Fahndungseinheit mit hoher Erfolgsquote“

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„Immer dann, wenn andere Fahndungsmaßnahmen nicht mehr weiterhelfen, treten die Zielfahnder des Landeskriminalamtes auf den Plan“. Das sagte Innenminister Heribert Rech am Dienstag, 1. Juni 2010, in Stuttgart unter Hinweis auf die Festnahme der letzten drei mutmaßlichen Millionenräuber von Ludwigsburg im Irak Anfang Mai. Dieser jüngste Erfolg der im Jahr 1996 beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg eingerichteten hochspezialisierten Fahndungseinheit sei eine Erfolgsgeschichte. „Wer in das Visier der Zielfahndung gerät, kann sich sehr sicher sein, dass er früher oder später festgenommen wird. Kein Versteck ist weit genug weg“, sagte Rech.

Seit Gründung der Zielfahndung seien über einhundert Fälle bearbeitet worden, nahezu alle Gesuchten seien festgenommen oder ihr Aufenthalt ermittelt worden. Darunter seien auch so hochkarätige Verbrecher wie der sogenannte Ausbrecherkönig Axane, dem über 100 Straftaten zugerechnet würden und der in spektakulärer Weise aus der Justizvollzugsanstalt Mannheim ausgebrochen sei. Auch ein Beschuldigter im „Flowtex“-Verfahren habe nach einer weltweiten Fahndung unter anderem in Nord- und Südamerika, Südeuropa und Großbritannien schließlich im Jahr 2001 in den Niederlanden verhaftet werden können.

Die Zielfahnder würden die Fahndung übernehmen, wenn es darum gehe, hochkriminelle Täter zu suchen. Dazu gehörten beispielsweise neben Tätern der Organisierten Kriminalität und der Staatsschutzkriminalität auch entwichene Strafgefangene mit hoher Restfreiheitsstrafe oder Flüchtige aus Zentren für Psychiatrie. Dabei kooperierten die Zielfahnder weltweit mit Polizeikollegen, um auch die kleinsten Hinweise auf den Aufenthalt der Gesuchten zusammenzufügen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei die besonders akribische Arbeit der Zielfahnder, die sich mit hohem kriminalistischen Gespür in die Persönlichkeit des Täters hineinversetzten und gezielt nach Hinweisen auf seinen Aufenthalt suchen. Innenminister Rech: „Jeder Mensch hinterlässt in seinem sozialen Umfeld tagtäglich unzählige Spuren, die die Zielfahnder zusammentragen, wie bei einem Puzzle zusammensetzen und so ein umfassendes Bild von der gesuchten Person bekommen.“ Dazu werteten die Beamten alle Informationsquellen aus, studierten Ermittlungsakten und recherchierten bei anderen Behörden und Stellen. Je genauer das Persönlichkeitsbild des Gesuchten erstellt werden könne, desto größer seien die Erfolgsaussichten.