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Fußballgipfel 2010 

06.09.2010 
Innenminister Heribert Rech:
„Wir wollen weiter gemeinsam für Sicherheit im Fußball
einstehen“

„Mit dem Sicherheitsgipfel Fußball 2009 haben wir bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen und Maßnahmen angestoßen, die beispielweise von der Innenministerkonferenz aufgegriffen wurden.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech am Montag, 6. September 2010, in Stuttgart. Die Sicherheitslage bei Fußballspielen habe sich merklich verbessert. Die vereinbarten Maßnahmen würden greifen und dadurch deutlichere Verbesserungen der Sicherheitslage erreicht.

Die Einsatzbelastung der Polizei sei mit 126.649 Stunden um neun Prozent gesunken. Es seien 38 Prozent weniger Straftaten registriert worden und es habe mit 678 Freiheitsentziehungen im Verhältnis zur Vorsaison mit 1.134 ebenfalls eine positive Entwicklung gegeben. „Ganz wichtig ist, dass es mit 17 verletzten Polizeibeamten im Verhältnis zum Vorjahr mit 69 einen deutlichen Rückgang gegeben hat“, betonte der Innenminister.

Alle Teilnehmer des Sicherheitsgipfels Fußball hätten sich im vergangenen Jahr zu einer Allianz gegen Gewalt im Fußball zusammengeschlossen, um Sicherheit und somit das hohe Ansehen und die Beliebtheit des Fußballs weiter zu gewährleisten. Beispiele wiederkehrender Gewaltvorfälle auf der An- und Abreise zu Fußballspielen sowie innerhalb und außerhalb des Stadions würden den nach wie vor aktuellen Handlungsbedarf unterstreichen. „Öffentliche Sicherheit ist nur dann erfolgreich zu gewährleisten, wenn alle Verantwortlichen ihren Beitrag leisten und wir eine Allianz für Sicherheit bilden“, sagte Rech.

Die Koordinierung durch „Örtliche Ausschüsse Sport und Sicherheit“ seien der Schlüssel für eine funktionierende Zusammenarbeit. Bisher seien sie an sieben von zwölf Spielorten in Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe, Ulm, Reutlingen, Pfullendorf und Heidenheim eingerichtet. Sie hätten sich bewährt und seien Grundvoraussetzung für eine enge, abgestimmte Zusammenarbeit und erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen. „Diese Netzwerkarbeit vor Ort muss weiter intensiviert und beworben werden. Wo noch nicht geschehen, müssen diese Ausschüsse konstituiert werden“, sagte Rech.

Deutlichen Optimierungsbedarf gebe es beim Problemfanpotenzial. Bislang existierten nur zwei Fanprojekte in Karlsruhe und Mannheim, aber ein deutlicher Zulauf von Problemfans an mehreren Spielorten. In Baden-Württemberg seien 1.345 Problemfans bekannt, 85 mehr als im vergangenen Jahr. „Wenn die positive Sicherheitsentwicklung gehalten werden soll, gilt es frühzeitig zu handeln und ein besonderes Augenmerk auf die kritische Zunahme der Problemfans zu richten“, sagte der Innenminister.

Weiterhin sei wichtig, dass sich Vereine öffentlichkeitswirksam von Gewalt und Fehlverhalten der Fans distanzieren. Prävention und Fanprojekte dürften nicht erst dann initiiert und forciert werden, wenn sich Probleme offenkundig abzeichneten, sondern im Vorfeld, damit Gewalt keinen Nährboden habe. Dazu zählten neben Fanprojekten fanorientierte Diskussions- und Gesprächskreise, restriktiver Umgang mit Alkohol, Gewaltprävention oder öffentlichkeitswirksame Appelle.

Ein weiteres Mittel sei, besondere Maßnahmen bei Risikospielen zu ergreifen. Dies könnten beispielsweise klare Appelle vor Spielbeginn, gezielte Ansprachen von Problemfans, Maßnahmen zum Verhindern der Anreise, Zugbegleitung, Shuttlebusse, Infostände im Stadion und Werbespots sein. „Und es darf keine Toleranz bei Gewalt geben, das heißt, wir rauchen konsequente Stadionverbote“, sagte Rech.

Er danke allen Teilnehmern des Gipfels für ihre Bereitschaft und ihr bisheriges ngagement. Nur wenn alle Beteiligten wie heute an einem Tisch äßen, Erfahrungen, Ideen und Ressourcen bündeln und gemeinsam andeln würden, könne mehr Sicherheit im Fußball erreicht werden. Er erhehle nicht, dass es nicht immer möglich sei, allen Interessen gleichermaßen erecht zu werden. Umso wichtiger sei es zu diskutieren, ompromisse zu suchen, das Handeln transparent zu machen, Öffentlichkeit und Fans aufzuklären und sie als Partner zu gewinnen. Fußballeuphorie lebe von dem Gefühl, sicher zu sein. „Wir haben uns im vergangenen Jahr engagiert, bereits viel erreicht und wollen weiter gemeinsam für Sicherheit im Fußball einstehen“, sagte Innenminister Rech.

*

Beim Sicherheitsgipfel waren vertreten:

Die baden-württembergischen Vereine 1899 Hoffenheim, VfB Stuttgart, Karlsruher SC, SC Freiburg, VfR Aalen, SV Sandhausen, Stuttgarter Kickers, SV Waldhof Mannheim, SSV Ulm, SSV Reutlingen, 1. FC Heidenheim, SG Sonnenhof Großaspach, SC Pfullendorf

Die drei baden-württembergischen Fußballverbände wfv, sbfv und bfv

Der Gemeindetag

Vertreter der Kommunen der Spielorte

Das Kultusministerium wegen der Fanprojekte und der Zielgruppen in Schulen

Das Sozialministerium für den Bereich Jugend

Vertreter der baden-württembergischen Fanprojekte in Karlsruhe und Mannheim

Vertreter der Bundespolizei und der Deutschen Bahn

Die Landespolizeidirektionen, Polizeipräsidien und Polizeidirektionen der Spielorte

Vertreter der polizeilichen Kriminalprävention