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Verkehrsunfallbilanz 2010: Weniger Verkehrstote und Schwerverletzte 

14.02.2011 
Innenminister Heribert Rech: „Motorradfahrer und junge
Fahrer sind stark unfallgefährdet“

„Die Zahl tödlich verletzter Verkehrsteilnehmer ist auf einen neuen historischen Tiefstand von 494 (2009: 535) zurückgegangen. Das sind aber immer noch zu viele Opfer. Die Polizei darf trotz aller zusätzlichen Belastungen nicht nachlassen, konsequent gegen Unfälle vorzugehen.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech am Montag, 14. Februar 2011, zur Verkehrsunfallbilanz 2010 in Stuttgart.

Die Zahl der Verkehrsunfälle sei von 263.113 auf 275.341 gestiegen (+ 4,6 Prozent). Dabei seien 45.181 Personen verunglückt (2009: 47.468, - 4,8 Prozent). Davon seien 8.440 (2009: 9.173, - acht Prozent) schwer und 36.247 (2009: 37.760, - vier Prozent) leicht verletzt worden. „Hinter diesen nüchternen Zahlen stehen jedoch immer auch große Sorgen und menschliches Leid. Dies sollte sich jeder stets vor Augen halten“, sagte Rech.

Auf den hohen Anteil junger Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren müsse besonders geachtet werden. An jedem dritten Verkehrsunfall mit Verletzten sei im vergangenen Jahr ein junger Fahrer beteiligt gewesen (33.937, davon 11.262 unter Beteiligung junger Fahrer). Dies sei im Vergleich zum Jahr 2009 zwar ein Rückgang von 5,5 Prozent, diese Gruppe weise jedoch gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil (rund neun Prozent) eine zu hohe Unfallbelastung auf. „Wir werden uns deshalb auch in diesem Jahr gezielt an die jungen Fahrer richten und sie über die Gefahren aufklären“, sagte der Minister. Ziel sei es, die jungen Leute noch mehr für das Thema Verkehrssicherheit zu sensibilisieren.

Das Verkehrsunfallgeschehen werde permanent analysiert und danach die Schwerpunkte zur Unfallverhütung gesetzt. Beispielsweise seien 22 Prozent der Unfälle mit Verletzten auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Deshalb müsse weiterhin das Tempo scharf kontrolliert und Verstöße konsequent geahndet werden. „Wir werden nicht akzeptieren, dass überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache im Land ist. Wir können auch nicht hinnehmen, dass fast jeder zweite tödliche Verkehrsunfall darauf zurückzuführen ist“, sagte Rech.

Die Bekämpfung der Motorradunfälle werde auch in diesem Jahr ohne Abstriche fortgeführt. 105 Motorradfahrer oder Mitfahrer seien im vergangenen Jahr ums Leben gekommen, fünf mehr als 2009. Dennoch hätten die gezielten Kontrollen und die zahlreichen Aufklärungsveranstaltungen zur Verkehrssicherheit von Motorradfahrern Früchte getragen: Die Zahl der Motorradunfälle mit Verletzten sei von 4.075 auf 3.486 zurückgegangen (- 14,5 Prozent). „Diese an sich positive Entwicklung wird jedoch durch den Anstieg bei den getöteten Motorradfahrern getrübt. Etwa jeder fünfte tödlich Verunglückte im Land war ein Motorradfahrer. Das können wir nicht einfach so hinnehmen“, sagte der Innenminister.

Dagegen sei die Entwicklung bei den Unfällen unter Beteiligung von Kindern positiv. Sie seien nochmals um 6,2 Prozent zurückgegangen (2009: 3.281, 2010: 3.076). Dabei seien leider zehn Kinder (2009: elf) tödlich verletzt, 533 (2009: 612) schwer und 2.546 (2.590) leicht verletzt worden. „Es liegen zwar noch keine Zahlen aus anderen Bundesländern vor, aber ich bin zuversichtlich, dass in Baden-Württemberg nach wie vor das Risiko für Kinder im  Straßenverkehr zu verunglücken, im bundesweiten Vergleich am geringsten ist. Das wollen wir auch 2011 erreichen“, sagte Rech.

Ziel des Innenministeriums und der Polizei sei es in diesem Jahr, die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten durch Verkehrsüberwachungsmaßnahmen und Aufklärungsarbeit speziell bei den Risikogruppen weiter zu senken. „Um auch für das Jahr 2011 einen erneuten historischen Tiefstand bei den getöteten und verletzten Verkehrsunfallopfern zu erreichen, brauchen wir die Mithilfe aller Verkehrsteilnehmer. Umsicht, Rücksicht und vernünftige Fahrweise jedes Einzelnen bringen mehr als jede polizeiliche Überwachungs- und Aufklärungsmaßnahme“, betonte Innenminister Heribert Rech.

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Der volkswirtschaftliche Schaden durch alle Unfälle betrug im vergangenen Jahr rund 2,7 Milliarden Euro.

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Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Verkehrssicherheit stehen im Internet unter www.gib-acht-im-verkehr.de oder unter www.polizei-bw.de zur Verfügung.