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Entführung und Ermordung von Maria Bögerl in Heidenheim

Tatzeit: Tatort:
12.05.2010 Heidenheim

Sachverhalt:

Maria Bögerl war am Mittwoch, 12. Mai, vormittags entführt worden. Gegen 11.25 Uhr hatte ihr Ehemann eine telefonische Lösegeldforderung über 300.000 Euro erhalten. Bei diesem einzigen Anruf nannte sich der Mann Schmid (phonetisch), sprach schwäbischen Dialekt und verwendete die Formulierung „machen Sie keine Sperenzchen“. Der Anrufer wirkte ruhig und beherrscht. Der Ehemann geht aufgrund der Stimme des Mannes davon aus, dass dieser mittleren Alters ist. Der oder die Täter dürften sich in der Region auskennen und haben möglicherweise die Lebensumstände der Opferfamilie, den Geldablageort und den Abstellort des A-Klasse-Mercedes im Kloster Neresheim ausgekundschaftet haben.

Inzwischen gibt es Erkenntnisse, dass der Wohnort von Maria Bögerl bereits Anfang Mai 2010 durch die Täter ausgespäht wurde. Deswegen fragt die Sonderkommission: 

- Wer hat in der Nacht vom Mittwoch, 5. Mai auf Donnerstag, 6. Mai 2010 und bis in die Nachmittagsstunden des Donnerstags am und beim Wohnhaus in der Baindtstraße  oder Straßen in den Wohngebieten Fürsamen, Seewiesen oder Baindt verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge beobachtet? 

Die Ermittler gehen zwischenzeitlich davon aus, dass das Opferfahrzeug bereits am Tattag, einen Tag vor Christi Himmelfahrt („Vatertag“), im Innenhof des Klosters Neresheim abgestellt worden ist und hat dazu folgende Fragen: 

- Wer hat am 12. Mai 2010 zwischen 11 und 17.30 Uhr im Raum Nattheim, Großkuchen, Ebnat, Elchingen und Neresheim den zur Tat benutzten schwarzen Mercedes Benz A-Klasse des Opfers (siehe Vergleichsfoto) gesehen?  

- Wer hat  am 12. Mai 2010 im Innenhof des Klosters eine oder mehrere Personen beobachtet, die sich über längere Zeit dort aufgehalten haben?

- Wer hat am 12. Mai 2010 oder die Tage zuvor ab Anfang Mai 2010 im und am Kloster Bildaufnahmen gefertigt?

In der Nähe des abgestellten Opferfahrzeuges wurden mehrere Zigarettenkippen von selbst hergestellten Zigaretten der Marke Gizeh aufgefunden. Die Soko interessiert:

- Wer raucht solche Zigaretten und hat sich im Mai 2010 längere Zeit im Klosterinnenhof aufgehalten?
  
- Wem ist im Mai 2010 im Klosterinnenhof ein Mann aufgefallen, der sich rauchend dort längere Zeit aufgehalten hat?

Es fehlt auch immer noch der Schlüsselbund (siehe Vergleichsbild) des Opfers mit dem Autoschlüssel, zwei Türschlüsseln sowie einem Schlüsselanhänger mit Mercedesstern. 

Bei der Entführung wurde eine Handschließe (siehe Vergleichsbild) verwendet. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um eine Nachbildung des Herstellers Bianchi handelt, die wegen des angebrachten Schriftzuges in Taiwan hergestellt worden sein könnte. Bis heute konnten die Herkunft der Handschließe und der Vertriebsweg nicht geklärt werden. Dazu fragt die Sonderkommission:
  
- Wer weiß, wo solche Handschließen angeboten oder verkauft werden?

-Wer kennt Personen, die im Besitz einer solchen Handschließe sind oder waren?

Am 3. Juni entdeckte ein Spaziergänger die Leiche von Maria Bögerl im Wald zwischen Nietheim und Niesitz. Sie lag versteckt unter Ästen und Reisig. Die Obduktion hat ergeben, dass Maria Bögerl erstochen worden ist. Bei der Tatwaffe dürfte es sich um ein größeres Messer mit einer Klingenlänge von etwa 20 Zentimetern handeln. Die einseitig geschliffene Klinge dürfte nach Aussagen der Gerichtsmediziner an der breitesten Stelle etwa drei Zentimeter messen.
Der als wichtiger Zeuge per Phantombild gesuchte Mann ist nach wie vor nicht identifiziert. Er ist zwischen 30 bis 40 Jahre alt, 1,80 bis 1,85 Meter groß, kräftige Statur, dunkle schulterlange Haare, die er zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte, evtl. Dreitagebart, bekleidet mit schwarzer Jacke, ausgewaschener grauer Jeans, ockerfarbenem T-Shirt und Turnschuhen. Er soll auch als Anhalter unterwegs gewesen sein.     
Bereits am Mittwochvormittag wurden zwei Männer unweit der Wohnung der Entführten in Schnaitheim gesehen. Einer von ihnen soll der oben beschriebenen Person ähnlich gesehen haben. Sein Begleiter ist ca. 30 Jahre alt, etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß und schlank. Er hat helle Haare. Er trug eine dunkle Hose und eine helle Jacke. Möglicherweise könnten die Männer den Ermittlern neue Hinweise  im Entführungsfall geben. Sie werden gebeten, sich bei der Polizei  zu melden.

  

das Opferfahrzeug Mercedes A-Klasse HDH-MB 770

 

Personenbeschreibung des unbekannten Zeugen

Größe: Haarfarbe:
180 - 185 cm dunkel
Alter: Haare:
30 -40 Jahre schulterlang
Statur:
kräftig
Merkmale:
evtl. Dreitagebart, war bekleidet mit schwarzer Jacke, ausgewaschener grauer Jeans, ockerfarbenem T-Shirt und Turnschuhen

Belohnung:
Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters oder der Täter  führen, ist von privater Seite eine Belohnung in Höhe von 14.000  Euro und von Seiten der Staatsanwaltschaft in Höhe von 6.000 Euro ausgesetzt. Die von der Staatsanwaltschaft ausgesetzte Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört. Über die Zuerkennung bzw. Verteilung der Belohnungen bei mehreren Hinweisgebern wird unter Ausschluss des Rechtsweges nach rechtskräftiger Erledigung der Strafsache entschieden.

Ausschreibende Dienststelle:

Informationen und Hinweise bitte an

Polizeidirektion Heidenheim
Kurt-Bittel-Straße 12
89518 Heidenheim

Telefon: (07321) 322-500/-501, 
vertrauliches Telefon: (07321) 2770406
oder direkt per E-Mail.

  Belohnung

In Höhe von bis zu 20.000 Euro

Aktueller Fahndungsaufruf der Soko "Flagge"

 Vergleichsbild des fehlenden Schlüsselbundes

 Vergleichsbild der benutzten Handschließe

 Phantombild des gesuchten Zeugen

Phantombild des gesuchten Zeugen